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02.04.2009 - Youtube soll Musikvideos sperren
Das bekannte Video-Portal YouTube wird demnächst keine Musikvideos mehr
anbieten können. Grund dafür sind auslaufende Vereinbarungen mit
britischen und deutschen Musikverbänden, die, wegen völlig überzogenen
Forderungen seitens dieser Verbände, leider nicht verlängert werden
konnten. So verlangt z.B. die deutsche GEMA von YouTube das mehr als
50-fache (!) der bisherigen Lizenzgebühren, was mit einem Ladenpreis von
über 500 Euro für eine einzige CD verglichen wird. Unter diesen
Bedingungen sieht sich der YouTube-Betreiber Google ausser Stande,
seinen Service kostendeckend fortzusetzen.
Bisher war YouTube für die Musikbranche eine ideale Werbeplattform, da
selbst unbekannte Bands ohne grossen Aufwand schnell ein breites
Publikum erreichen konnten, was sich natürlich auch in den
Verkaufszahlen ihrer CDs widerspiegelte. Tatsächlich sind Flash-Videos
von geringer Tonqualität auch kaum eine Konkurrenz für CDs, sondern eher
mit Werbespots vergleichbar, für deren Verbreitung gewöhnlich der
Produzent bezahlen muss. Aber die Musikindustrie ist bekanntlich völlig
erkenntnis-resistent. Bereits in den 1980er-Jahren hatte man versucht,
unverschämte Gebühren für die Ausstrahlung von Musikvideos in
Fernsehsendungen einzutreiben. Nach einem mehrwöchigen Boykott
sämtlicher Videos durch die Fernsehanstalten fielen die CD-Verkäufe
jedoch in den Keller und die Forderungen wurden aufgegeben. Bleibt zu
hoffen, dass die maßlose Gier der Musikindustrie auch weiterhin zu
solchen Eigentoren führt.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels waren auf youtube.com
von Deutschland aus allerdings noch zahlreiche aktuelle Musikvideos ohne
Probleme abspielbar.
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