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18.11.2008 - Politiker lässt Wikipedia sperren
Ein Bundestagsabgeordneter der Linken hat am 14. November 2008 eine
einstweilige Verfügung erwirkt, wegen der das freie Internet-Lexikon
Wikipedia über die deutsche Domain wikipedia.de unzugänglich gemacht
werden musste. Stein des Anstosses war ein Artikel auf wikipedia.org,
der den Politiker als angeblichen STASI-Mitarbeiter darstellte.
Mittlerweile wurde die Verfügung zurückgezogen - wahrscheinlich auf
Grund des immensen öffentlichen Drucks von allen Seiten - und auf
wikipedia.de darf wieder das übliche Suchformular angezeigt werden.
Erneut (siehe auch Sperrung von Wikipedia) wurde die deutsche Wikipedia zum Austragungsort für einen Kampf
zwischen Persönlichkeitsrecht und freier Meinungsäusserung, dessen
Leidtragende diejenigen sind, die geschäftlich oder privat auf das
Internet als Informationsquelle angewiesen sind. Unabhängig vom
Wahrheitsgehalt in diesem speziellen Fall muss sich natürlich niemand
öffentlich verleumnden lassen, aber die Sperrung eines gesamten
Informationsportals wegen eines einzigen, rechtlich bedenklichen
Artikels kann sicher nicht das Mittel der Wahl sein. Dabei war die ganze
Aktion ebenso übertrieben, wie sie sinnlos war, denn der Artikel auf
wikipedia.org blieb mit Hilfe einer einfachen Google-Suche auch in
Deutschland die ganze Zeit über aufrufbar. Umso erschreckender ist es,
dass deutsche Richter solchen Unfug noch immer brav mitmachen oder durch
einschlägige Urteile und Verfügungen sogar dazu ermutigen.
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