Nicht nur wenn es um Kinderpornos geht, kümmern sich die Ministerien offenbar nicht um Grundrechte und demokratische Gepflogenheiten. Auch im Kampf gegen Kritik lässt man gerne mal die Zensur-Keule aus dem Sack:
Eine der witzigsten und frechsten, und deshalb stark verlinkten Stoppseiten, wurde auf Veranlassung des BMI (Bundesinnenministerium) gesperrt. Die Methode ebenso einfach wie erschreckend: Ein kurzer Brief an den Provider, mit der Aufforderung, die genannte Domain unverzüglich zu sperren. Der Provider wiederum, offenbar typisch obrigkeitsgläubiger deutscher Duckmäuser, fragte nicht etwa: "Was wollen Sie überhaupt, welche Legitimation haben Sie?", sondern setzte gleich noch eins drauf, und kündigte dem fassungslosen Satiriker.
So funktionieren faschistische Systeme. Viele Duckmäuser zusammen ergeben eine nicht mehr aufzuhaltende Lawine der Ereignisse. Deshalb ist Zivilcourage gefragt. Und wir können nur jedem Websitebetreiber empfehlen, entweder einen ausländischen Provider zu wählen, oder aber einen, von dem er weiß, dass er die Rechte seiner Kunden auch vertritt, und nicht umfällt, nur weil irgendwelche Ministerialbeamten oder Politiker vorsprechen.
Zurück zum Thema: Unter dem Druck der Öffentlichkeit, selbst Heise und Zeit-Online waren auf das Thema angesprungen, machte man einen Rückzieher. Inzwischen ist die Seite wieder online, vorsichtshalber mit verändertem Wappen/Logo. Damit jetzt auch der Allerdümmste (oder zB. Ministerial-Beamte) die Seite als Satire erkennen kann.
Das Ganze zeigt, wie wichtig eine kritische Öffentlichkeit ist. Mit umso größerem Nachdruck müssen jetzt die diversen
Stoppseiten-Kampagnen betrieben werden, um Politiker und Beamte auf den Boden der Tatsachen und der Demokratie zurückzuholen.