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23.05.2006 - Razzia gegen 3500 Tauschbörsen-Nutzer
Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln wurden bundesweit 130 Wohnungen von mutmaßlichen Nutzern des eDonkey-Netzwerks durchsucht. Bereits seit 2 Monaten hatte die Polizei mit tatkräftiger Hilfe durch eine Unterorganisation der Phono-Verbände (IFPI) einen eDonkey-Server angezapft und den Tausch von Musikdateien überwacht. Dabei waren insgesamt 3500 Verdächtige anhand ihrer IP-Adressen ermittelt worden, gegen die bereits Strafanzeige gestellt wurde und die ausserdem hohe Schadensersatz-Forderungen zu erwarten haben.
Angehörige der Musikindustrie zeigten sich bereits sehr zufrieden über diesen Rundschlag gegen ihre potentiellen Kunden. Die Betroffenen gehören allen Altersschichten und sozialen Gruppen an, während es keinerlei Hinweise auf eine organisierte Verbreitung von urheberechtlich geschütztem Material oder sonstige kommerzielle Motive gibt.
Es handelt es sich um die bisher grösste Aktion, die in Deutschland gegen Tauschbörsen und ihre Nutzer unternommen wurde, und die Kernaussage ist ebenso erschreckend wie eindeutig: Der Staat macht sich zum Dienstbüttel der Konzerne, und wenn die Geschäftsinteressen Einzelner beeinträchtigt scheinen, werden Bürgerrechte wie Privatsphäre und Datenschutz mit Füßen getreten.
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