21.02.2008 - Bürokraten: wehe wenn sie losgelassen

Dass Bürokratie weder Vernunft noch Grenzen kennt, und, einem evolutionären Grundprinzip folgend, stetige Ausweitung von Zuständigkeits- und Einflussbereichen anstrebt, ist eine altbekannte Tatsache. Um so wichtiger ist, dass es strenge gesetzliche Kontrollmechanismen gibt, die solche Wucherungen im Zaum halten. Dass in diesem Punkt - speziell im Bereich Europa - einiges im Argen liegt, machen immer wieder diverse Verordnungen, zB. über den Krümmungsgrad von Bananen oder den Import von Karamell-Bonbons deutlich, die mitunter an Umfang und Komplexität das Niveau universitärer Fachliteratur erreichen.
 
Jüngster Schildbürgerstreich der "Eurokraten" (EU-Kommission) war eine für 2011 geplante Volkszählung, in der allen ernstes Fragen wie die folgenden gestellt werden sollten:
  • Wann hatten Sie erstmals eine nichteheliche Lebensgemeinschaft?
  • Besitzen Sie Lese- und Schreibkompetenz?
  • Welche ehrenamtlichen Tätigkeiten haben Sie oder Ihre Kinder inne?
  • Bauen Sie Gemüse für den Eigenbedarf an?
Alles Fragen, die für eine anonyme Studie eventuell Sinn machen mögen, in einer Volkszählung aber absolut überhaupt nichts zu suchen haben. Das immerhin muss man unseren Politikern lassen, hier wurden sie ihrer Aufsichtsfunktion gerecht. Es gab große Aufregung, und die geplante Umfrage wurde schließlich von allen intimen und persönlichen Fragen bereinigt.
 
Leider gibt es aber - speziell in Deutschland - eben auch Politiker, die keinerlei Vernunft und Grenzen im Umgang mit persönlichen Daten kennen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns nicht blind auf die Politik verlassen, sondern selbst die entsprechende Aufsichtsfunktion wahrnehmen und den Herren auf die Finger klopfen, wenn sie den Boden unter den Füßen verloren haben.
 
 
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