Den Rettet-das-Internet Newsletter bestellen.       RSS-Feed

Neuigkeiten, kurz und bündig:

05.12.2011 - "Ficken" als Marke?
 
Kein Scherz: Der Begriff "Ficken" unterliegt ab sofort dem Markenschutz. Nachdem das Patentamt sich zunächst geweigert hatte, den genannten Begriff zu schützen, gab das Bundespatentgericht der Klage eines Getränkeherstellers statt, sich das böse F-Wort beim Patent- und Markenamt eintragen zu lassen.
Logo des Ficken-Likörs von EFAG
(R) EFAG Trade Mark Company
Der eingetragene Schutz bezieht sich übrigens nicht nur auf Getränke, sondern auch auf Kleidung. Offenbar will man den unter vorgenanntem Namen vertriebenen Likör als Kult etablieren und setzt dabei auch auf die Vermarktung von Merchandising-Artikeln.
 
Vor Gericht erörtert wurde merkwürdiger Weise nicht die viel interessantere Frage, ob es zulässig sein kann, einen Alltagsbegriff "für sich zu reservieren", sondern eigentlich nur, ob der Schutz dieses Begriffes gegen die guten Sitten verstoße. Solches verneinte das Gericht, da der Begriff zwar "geschmacklos aber nicht diskriminierend" sei.
 
Bei allem berechtigten Anspruch, sich eine bereits auf dem Markt befindliche Marke schützen zu lassen, finden wir die Tendenz, solche Begriffe für schutzwürdig zu erklären, insbesondere auch branchenübergreifend (Alkoholika, Fruchtgetränke, Kleidung), sehr fragwürdig. Markenschutz darf nicht darauf hinauslaufen, dass später Lizenzen für Alltagsbegriffe gezahlt werden müssen.
 
Quelle: Spiegel.de
 
Siehe auch: Markenrechts-Abmahnung
 
04.12.2011 - Niederlage für Stadtplan-Abzocker Euro-Cities
 
Die auf Abmahnungsabzocke spezialisierte Firma Euro-Cities (siehe Stadtplanabmahnungen) ist ein Klassiker im Abmahnungsgeschäft, ein Name, um den man, neben dem Freiherrn von Gravenreuth, nicht herum kommt.

Karte (c) openstreetmap.org
Wenig erfreulich also, dass denen offenbar immer noch nicht das Handwerk gelegt wurde, erfreulich aber immerhin, dass sie mit ihren grotesken Schadenersatzforderungen jetzt erneut vor Gericht eine Niederlage erlitten.
 
Um dem Gericht die angeblich marktübliche Vergütung von ca. 1600 Euro für einen Kartenausschnitt zu belegen, hatte man per Einschwärzung anonymisierte Verträge vorgelegt. Diese wurden vom Gericht, offenbar im Gegensatz zu früheren Verfahren, nicht akzeptiert. Leider hatten die Beklagten bereits vor der Verhandlung ca. 300 Euro als Schadenersatz gezahlt, so dass eine abschließende gerichtliche Klärung, wieviel man überhaupt für einen Stadtplanausschnitt verlangen kann, nach wie vor ausblieb.
 
Generell wird zur Zeit mit dem Begriff Lizenzanalogie und angeblich auf dem Markt gezahlten Beträgen viel Schindluder getrieben. Man verlässt sich darauf, dass Richter und bisherige Rechtsprechung in diese Grauzone des Internets noch nicht hinreichend vorgedrungen sind. Auch Bildagenturen und der Lappan-Verlag reiten auf dieser Grauzone und kassieren kräftig ab.
 
Quelle: Trenkler.de
 
Hintergrund: Stadtplan-Abmahnungen
 
Gratis Karten erstellen: OpenStreetMap.org
 
10.11.2011 - Gesetzentwurf gegen den Abmahnmissbrauch geplant
 
Seit 30 Jahren gab es immer wieder Petitionen und Gesetzentwürfe gegen den Abmahnmissbrauch. Allesamt waren sie an den mächtigen Lobbies der Anwälte und der Wettbewerbszentrale, also den direkten Abmahnungsgewinnlern, gescheitert. Ein ebenso aufschlussreiches wie erschütterndes Bild unserer angeblichen Demokratie.
 
Zuletzt hatte die damalige Justizministerin Zypries den Abmahnanwälten mehr als deutlich die Leviten gelesen. Alleine, was nach all der Schelte letztlich herauskam, war kaum mehr als eine Retusche, um nicht zu sagen ein schlechter Scherz: Eine im Urheberrecht verankerte Deckelung der Abmahngebühren auf 100 Euro, die aber in der Praxis nicht greift, weil so schwammig formuliert, dass sie in jedem Einzelfall vor Gericht erstritten werden muss (siehe Gebührendeckelung). Dilettantischer und wirkungsloser könnte ein Gesetz kaum sein, denn statt die unkomplizierte und preisgünstige außergerichtliche Einigung zu fördern, verhindert es sie.
 
Und nun also meldet sich Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger mit einem Gesetzentwurf zu Wort. Unverkennbar der zeitliche Zusammenhang mit unserer Protestbriefaktion an ihr Ministerium. Dennoch sind wir allenfalls Auslöser, denn Ursache ist sicherlich, dass inzwischen auch die Neoliberalen herausgefunden haben, dass ein Internet, in dem nur noch die Anwälte in Saus und Braus leben und als selbsternannte Sheriffs jede kommerzielle oder ideelle Initiative im Keim ersticken, extrem wirtschafts- und kulturschädigend ist.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Die Vorschläge unserer Justizministerin klingen, im Gegensatz zu dem von Frau Zypries fabrizierten Murks, durchaus vernünftig. So sollen die Anwaltsgebühren reduziert werden und die freie Wahl des Gerichtsstandortes eingeschränkt werden. Zu Unrecht Abgemahnte erhalten zudem Recht auf Entschädigung (was in einem Rechtsstaat eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, aber von unseren Richtern zugunsten der Abmahnlobbies stets geknickt wurde).
 
Bleibt abzuwarten, was in der Praxis von diesem Gesetzentwurf übrig bleibt, denn - wie gesagt - auch Ministerin Zypries war seinerzeit zu ihrer Zeit komplett eingeknickt. Gesetzentwürfe sind geduldig und immer eine schöne Schlagzeile in der Presse, aber wenn keine mächtige Lobby dahinter steht, landen sie meist im Papierkorb ...
 
 
weitere Meldungen:
 
Internet-Anwalt Dennis Sevriens überraschend verstorben
 
Urteil zur Kostendeckelung bei Abmahnungen
 
Jetzt mahnt die ganze Welt Deutschland ab
 
Abmahnungen wegen Heinz Erhardt
 
Unberechtigte Internet-Abmahnungen
 
Angriffe und Zensur gegen Wikileaks
 
Erneute Diskussionen um die Vorratsdatenspeicherung
 
Neue Abzockmethode: Abmahn-Spam
 
Ein Pornosender spielt sich als Kinderschützer auf
 
Atommüll unterm Bundestag lagern
 
Der deutsche Urheberwahn: GEMA vs Youtube
 
Großdemonstration "Freiheit statt Angst" in Berlin
 
Viren und Trojaner, was sind die aktuellen Trends?
 
Rückgang bei den illegalen Downloads
 
Der deutsche Urheberwahn
 
Internetsperren sind wieder aktuell
 
Vorratsdatenspeicherung gekippt
 
Abmahnanwalt von Gravenreuth ist tot
 
Betrachten von Kinderpornografie strafbar
 
Kritische Sicherheitslücke im Internet-Explorer
 
Reaktionen auf unseren Newsletter
 
GEZ-Abmahnung gegen kritischen Blogger
 
BGH stärkt Online-Archiven den Rücken
 
Uni erforscht Kinderporno im Internet
 
Advent, Advent ...
 
Petition gegen kostenpflichtige Abmahnungen
 
Abmahnung wegen Stadtnamen-Domain
 
Hexenjagd auf Kinderpornographen
 
Filesharer bringen der Musikindustrie das meiste Geld
 
Stopp für das Stoppschild!
 
Wahlanalyse aus Internet-Sicht
 
Piraten bei Bild.de
 
Volksparteien ohne Volk
 
Reaktionen auf unsere Rundmail zur Wahl
 
63,5 Prozent für die Piratenpartei ?
 
Abmahnungen wegen Anti-Abmahnklausel
 
Heute ist der "OptOutDay"
 
Ein paar aktuelle Links
 
E-Readiness Rankings 2009
 
Demonstration gegen den EU-Vertrag
 
Seit dem 18. Juni wird das Internet zensiert!
 
Rekord: Über 131.000 Mitzeichner für Petition gegen Zensur
 
Unglaublicher Erfolg der Petition gegen Internet-Zensur
 
Wunder der modernen Medienwelt
 
Erste Stopp-Protestseite durch BMI gesperrt
 
"Raubkopierer" sollen vom Internet ausgesperrt werden
 
Sperrung von Kinderpornoseiten
 
Pirate-Bay-Betreiber zu Gefängnis verurteilt
 
Youtube soll Musikvideos sperren
 
Führende Regierungsmitglieder treten zurück
 
Abmahnanwalt kommt in den Knast
 
Internetzensur jetzt auch im Westen?
 
Politiker lässt Wikipedia sperren
 
Urteil zu den Kosten der Vorratsdatenspeicherung
 
Sommerlochtheater - Bananen-Union Europa
 
Mit Picidae gegen Zensur
 
Uefa meldet Rechtemonopol an
 
Computer sind gefährliche Gegenstände
 
ACTA - Musiklobby bläst zum finalen Angriff
 
Wolfgang Schäubles Website gehackt
 
Japan beschließt Aufweichung des Copyrights
 
Alternative zu P2P-Tauschbörsen
 
Künstler jammern bei der Bundeskanzlerin
 
Stichwort "Zivilrechtlicher Auskunftsanspruch"
 
Umdenken in der Musik-Industrie?
 
Nachschlag zum April-Scherz
 
Regierungsputsch der Staatsanwaltschaft?
 
Staatsanwaltschaft verweigert Ermittlung gegen Tauschbörsennutzer
 
Ende der Hexenjagd auf Filesharer?
 
Erster Erfolg gegen die Vorratsdatenspeicherung
 
Kfz-Massenkontrolle ist verfassungswidrig
 
Online-Durchsuchungen sind verfassungswidrig
 
Pakistan sperrte Youtube
 
FDP wegen Wahlwerbe-Spam abgemahnt
 
Bürokraten: wehe wenn sie losgelassen
 
StudiVZ von Verbraucherschutz abgemahnt
 
Lichtblick für Tauschbörsen-Nutzer
 
Urheberrecht für Pyramiden?!
 
Abmahnwelle gegen Online-Buchhändler
 
Auf dem Weg in den Überwachungsstaat
 
Erfindermesse in Nürnberg.
 
Rufmordkampagne gegen Rettet-das-Internet.
 
Madonna auf neuen Wegen.
 
Abmahnung an Gott.
 
Knast für Abmahnanwalt Gravenreuth!
 
Stichwort "Online-Durchsuchung".
 
Gegenstandswert-orientierte Gebühren.
 
Urheberrecht wird zum Verwerter-Recht.
 
Bundesrat verbrüdert sich mit Musikindustrie
 
BGH stoppt Lauschangriffe
 
Abmahnschikane gegen Weblog-Betreiber
 
Briefkopf für Emails
 
Thema Abmahnmissbrauch im Heute Journal
 
Internet-Verbot für Tauschbörsennutzer
 
Neues zu Abmahnung.de
 
Abmahnungs-Domain in Feindeshand
 
MDR sucht Abmahnopfer
 
 
 
Das Script für diesen Newsblog stammt von den Satirischen Pressemeldungen
 
 
Was könnt Ihr tun?

 

 
 
 
 
Quelltext-optimiertes Webdesign:
Suchmaschinenfreundlich und schnell!
powered by pete