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Neuigkeiten, kurz und bündig:

31.05.2014 - Zum Google-Urteil des Europäischen Gerichtshofs
 
[Wer braucht schon dieses komische Internet?!]
 
Zahlreiche das Internet betreffende Gerichtsurteile der letzten Jahre sind von so unfassbarer Ignoranz geprägt, dass oben angeführter Untertitel als einzig nachvollziehbare Erklärung für diesen groben Unfug im Rahmen der Internetrechtsprechung verbleibt. Offenkundig sieht man, in Tateinheit mit den Politikern, die einen ins Amt gehievt haben, das Internet nur als lästige Bedrohung der etablierten Privilegien und Gesellschaftsstrukturen und nimmt zivile Kollateralschäden (nicht nur aber auch im Bereich der Serienabmahnungen) ganz bewusst in Kauf, wenn man nur diesen Hort aus "Revoluzzern und kriminellen Hackern" hinreichend schwächen kann.
 
Das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Suchmaschinen zeichnet sich erneut durch diese Mischung aus Ignoranz und unglaublicher Gedankenlosigkeit gegenüber den Folgen der eigenen Entscheidungen aus: Google darf jetzt ganz offiziell auch im Westen zensiert werden. Angeblich aus Gründen des Datenschutzes. Aber wer schützt eigentlich die Daten vor den Schützern?
Offenbar in Unkenntnis der technischen und sachlichen Vorgänge feiern jetzt viele dieses Urteil als Sieg des Datenschutzes über den bösen Großen Bruder Google. Vielmehr aber handelt sich um eine gravierende Form von Zensur, die u. a. die ohnehin dürftige Transparenz in Politik und Wirtschaft noch weiter einschränkt. Künftig soll also jeder Politiker und Manager selber entscheiden können, welche Informationen über ihn zugänglich gemacht werden dürfen. Zwar muss rein theoretisch zuvor gerichtlich geklärt werden, ob so ein Anspruch überhaupt besteht, aber eine Suchmaschine kann beim besten Willen nicht Tausende von Löschbegehren, für Inhalte, für die sie persönlich gar nicht verantwortlich ist, gerichtlich klären lassen. Letztendlich wird man auf Anfrage alles löschen, um seine Ruhe zu haben und kostspielige rechtliche Risiken zu vermeiden.
 
Aufgabe von Suchmaschinen ist oder war es (bevor der EuGH sich wie ein Elefant im Porzellanladen aufführte), alle im Netz auffindbaren Artikel zu einem Thema oder einer Person aufzulisten. Ohne jede inhaltliche Wertung. Wurden falsche Informationen veröffentlicht, musste man gegen den verantwortlichen Publisher vorgehen, aber nicht gegen die Suchmaschine. Und letzteres ist ja auch, als würde man, statt Verbrechen zu bekämpfen, nur kurzerhand die Berichterstattung darüber verbieten. Ich fürchte, die Richter wussten nicht, was sie tun oder aber sind - wie eingangs erwähnt - aus der Generation "wer braucht schon dieses komische Internet?"
 
Quelle: ClickPix.de
 
07.06.2012 - Freiheit für die Musik - Bach für alle!
 
Unter dem Projekt "Open Goldberg Variationen" wurde jetzt klassische Musik erstmals vollständig lizenzfrei produziert und veröffentlicht. Es war das Anliegen der Pianistin Kimiko Ishizaka und ihrer Unterstützer, endlich ein Zeichen zu setzen, worum es in der Kunst geht: Kultur und Austausch statt Kommerz und Urheberwahn.
Open Goldberg Variationen
Und man machte Nägel mit Köpfen: Da wurde nicht mal eben bisschen was gratis eingespielt, sondern in 20 Monaten Arbeit entstand eine hochwertige Studioproduktion, vermutlich eine der besten überhaupt. Und dieses spendenfinanzierte Projekt steht jetzt der Allgemeinheit nicht nur gratis zur Verfügung, es darf auch beliebig weiterverwendet, veröffentlicht und bearbeitet werden. Alles, selbst die mitgelieferten Noten, ist vollständige Freeware bzw. (für Paragrafen-Fetischisten) Creative Commons zero License (CC0 1.0)
 
Initiator dieses Projekts war Kimikos Ehemann, der als Programmierer einen engen Bezug zum Internet hat und auf diese Weise der ignoranten Musikindustrie, die unsere Kultur und Künstler zerstört statt sie zu fördern, neue Wege aufzeigen will. Denn eines ist sicher: Seine Frau wird zukünftig noch mehr Konzertkarten und CDs verkaufen. So wie jeder Künstler, der MIT dem Internet, mit der Kultur, mit seinen Fans, statt dagegen arbeitet.
 
OpenGoldbergVariations.org
 
Eine Interview mit Pianistin Kimiko Ishizaka
 
Das erste Stück: Aria
 
Siehe auch unseren Hintergrundartikel Streit ums Urheberrecht
 
10.05.2012 - Gema versus Youtube
 
Kaum ein Urheberrechtsthema hat eine vergleichbare Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erreicht, wie der sich seit Jahren hinziehende Rechtsstreit zwischen Gema und Youtube. Jeder kennt diese typischen Urheberrechts-Meldungen, die einem regelmäßig den Spaß am Surfen verleiden:
Gema versus Youtube
Aber wer ist nun eigentlich der Böse in diesem Rechtstreit und worum geht es überhaupt?
 
Ursache der Sperrungen und auch des Rechtsstreites ist, dass ein alter Vertrag zwischen Gema und Youtube auslief und die Gema zukünftig mehr Geld haben möchte. Mehr, als Youtube zu zahlen bereit ist. Vermutlich auch mehr, als Youtube zahlen könnte, denn die Gebühren der Gema sind deftig und nur in den wenigsten Fällen durch Einnahmen zu decken. Auch viele Online-Radios sind daran kaputt gegangen. Man muss dabei bedenken, dass Youtube zwar riesig ist, aber ähnlich wie ein Discounter seine Gewinne durch niedrige Kosten bei hohem Umsatz erzielt. Ohnehin schrieb das Videoportal jahrelang rote Zahlen.
 
Das ganze erinnert fast an einen Streik um höhere Löhne: Die Gema, als alleiniger bzw. hauptsächlicher Rechteinhaber in Deutschland, "bestreikt" Youtube. Und der Schaden für Youtube ist mittlerweile enorm, denn immer mehr Surfer wandern zu anderen Videoportalen ab, die entweder noch nicht ins Blickfeld der Gema gelangt sind, oder sich irgendwie mit ihr geeinigt haben. Dass man sich dennoch bislang nicht einigen konnte, lässt vermuten, dass die von der Gema geforderten Gebühren ("Löhne") schlichtweg maßlos überzogen sind.
 
Besonders bedauerlich aber ist, dass der Schaden nicht nur für Youtube enorm ist, sondern eben leider auch für die Surfer und nicht zuletzt für die Künstler selber. Und hier zeigt sich, wie ideologisch diese ganze Diskussion geführt wird:
 
Die Gema vertritt eben NICHT die Interessen der Urheber, sondern nur ihre eigenen. Den Künstlern wird mit Youtube eine ihrer wichtigsten Plattformen zerstört. Eine Plattform, die vielen von ihnen überhaupt erst zum Durchbruch verholfen hat, zB. Justin Bieber oder jüngst Lana Del Rey. Und selbst eine Lady Gaga stellt jedes ihrer Videos vorab in hoher Qualität zur allgemeinen Verwendung (Embed und Download) bei Youtube ein.
 
Leider begreifen unsere Gesetzgeber und Rechtsprecher nicht, dass die rechteverwertende Industrie eben eine rein gewinnorientierte Industrie ist, die weder die Interessen der Künstler (Urheber) noch der Kultur vertritt, sondern einzig und allein die ihrer Aktionäre. Und eben deshalb sind die Lobbyisten der Kontentindustrie die allerletzten, die man zum Thema Urheberrecht befragen sollte und dürfte.
 
Ebenfalls muss man sich endlich von der klassischen Vorstellung trennen, dass es Urheber und Konsumenten gäbe und diese beiden Gruppen sich scharf getrennt gegenüber stehen würden. Das ist eben im Internet und in modernen Informationsgesellschaften schon lange nicht mehr der Fall. Die "Urheber" gewinnen viele ihre Ideen aus Statements, Veröffentlichungen und Basteleien von Laien, und umgekehrt arbeiten zB. bei Youtube unzählige Laien mit Versatzstücken von professionellen Urhebern, liefern dabei aber eigene kreative Beiträge, die oftmals erfolgreicher sind als die mitverwendeten geschützten Bestandteile der Profis. Das derzeitige Urheberrecht wird dieser neuen Situation einfach nicht mehr gerecht, zumal es ausschließlich an den Verdienstinteressen einiger weniger Kontent-Verwerter orientiert ist.
 
Ein "Gema-Cracker" für Youtube: ProxTube bei Chip.de
 
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Das Script für diesen Newsblog stammt von den Satirischen Pressemeldungen
 
 
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