Mitmachen: Stoppschild-Kampagne gegen Zensur

Das Scheingefecht gegen die Kinderpornografie

Stoppschild-KampagneNatürlich muss die Kinderpornografie auf das Entschiedenste bekämpft werden. Die Server müssen beschlagnahmt, Verantwortliche ermittelt und verhaftet werden. Dies wäre in fast allen Ländern der Welt innerhalb weniger Stunden möglich. (Infos und Links zu diesem Punkt.)
 
Stattdessen nur ein leicht zu umgehendes Stoppschild davor aufzustellen, ist nicht nur uneffektiv, es erfüllt sogar den Tatbestand der Verschleierung und Strafvereitelung. Statt mit Listen und Zensurmaßnahmen rumzufuchteln, sollte die Kripo lieber ihre eigentliche Arbeit tun. Gehen wir aber mal den Argumenten der Sperrenbefürworter und dem angeblichen Handlungsbedarf nach:
 
1. Ursula von der Leyen hat gelogen!
Wie eine offizielle Anfrage der FDP im Bundestag inzwischen ergab, verfügt die Regierung betreffs Kinderpornografie über keinerlei Zahlen, Statistiken oder Studien. Weder für eine angebliche Zunahme der Kinderpornografie, noch für kommerzielle Webseiten die angebliche Millionenumsätze erzielen, noch für andere von der Familienministerin beschriebene Horror-Szenarien gibt es irgendwelche Anhaltspunkte. Diese waren frei erfunden, um nicht zu sagen erstunken und erlogen. Eine klassische Wahlkampflüge, um mit inszeniertem Aktionismus die Wähler zu täuschen!
 
Hier findet Ihr weitere Infos und Links zu diesem Punkt.
 
2. Wie wirkungsvoll sind die Sperren?
Im Kampf gegen Kinderpornografie sind die Sperren völlig nutzlos. Innerhalb von 1 Minute kann jeder Internetnutzer bei Google oder Youtube recherchieren, wie man die Sperren umgeht, und dies anschließend, innerhalb von 30 Sekunden, ohne jegliche Vorkenntnisse oder Fähigkeiten, in den Systemeinstellungen einrichten.
    Gegen Pornografen, die nachvollziehbarer Weise mit krimineller Energie, vermutlich sogar Suchtpotential auf die Suche gehen, sind sie also völlig wirkungslos. Gleichzeitig können sie aber großen Schaden anrichten. Wie Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, werden immer wieder sogar Kultur-, Kunst- und Informationsseiten, teils irrtümlich, teils von übereifrigen Saubermännern, gesperrt. Die dabei entstehenden Schäden sind enorm und irreparabel.
 
Hier findet Ihr weitere Infos und Links zu diesem Punkt.
 
3. Ist Zensur etwa keine Zensur, wenn nur (vorgeblich) "Böses" zensiert wird?
Heiligt der Zweck die Mittel? Ist Folter keine Folter, wenn Terroristen gefoltert werden? All diese Fragen sind tausendfach von Ethikern, Philosophen und Leuten mit gesundem Menschenverstand beantwortet worden. Warum muss das Thema im Zusammenhang mit Zensur neu aufgerollt werden? Und warum immer nur im Internet? Geht das BKA denn auch herum und zensiert Zeitschriften, Fernsehsendungen etc. mit einem Stoppschild? Nein! Wenn jemand etwas veröffentlicht, was illegal ist, dann wird mit einer richterlich geprüften einstweiligen Verfügung dagegen vorgegangen und der Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. So und nicht anders ist der Gang der Dinge in einem Rechtsstaat.
 
4. Was ist, wenn ein Server nicht beschlagnahmt werden kann,
weil er zB. nicht ausfindig gemacht werden kann, oder sich in einem Land befindet, mit dem vorübergehend oder dauerhaft keine kriminalistische Zusammenarbeit möglich ist?
    Vermutlich gibt es solche Fälle. In diesen wenigen Fällen könnte man eine gerichtlich abgesegnete Sperrung beantragen, die dann nicht nur juristisch auf festen Füßen steht, sondern auch effektiver realisiert werden könnte als mit den völlig wirkungslosen DNS-Sperren.
 
Eine Zensur durch eine geschlossene Abteilung von Beamten, die geheime Listen erstellen, ist aber völlig inakzeptabel und schlicht und einfach faschistische Methodik, die in einer Demokratie keinen Platz haben darf.
 
Zum genauen Ablauf der Ereignisse bei der Zensur-Gesetzgebung siehe unsere News/Internet-Sperren.
 
Unterstützt unseren Kampf gegen Zensur. Hier findet ihr teils satirisches, teils politisches Promotion-Material: Stoppschild-Kampagne.
 
Hintergrundinfos und Links
 
Serverstandorte und Listen
Eine Statistik der gesperrten Server zeigt, dass diese nicht etwa in "Timbuktu", sondern hauptsächlich in den USA, Niederlanden, England und Deutschland ansässig sind. Ups? Haben die irgend einen Deal mit Zensursula? Dürfen die weiter Kinder schänden, und Ursel darf dafür Zensorin spielen? (siehe Server-Standorte)
 
Der AK-Zensur machte die Probe aufs Exempel. Anhand gehackter Sperrlisten wurden die jeweiligen Provider angeschrieben, und bereits innerhalb von 12 Stunden war ein Großteil des kinderpornografischen Materials gelöscht. (siehe AK-Zensur)
 
Allerdings muss man sich auch im Klaren sein, dass nur ein Bruchteil der auf diesen Sperrlisten befindlichen Seiten tatsächlich kinderpornografisches Material enthält. Offenbar benutzt man Kinderpornografie nur als Vorwand, um generell allen "Schmutz" bzw. was aktionistische Kleinbürger dafür halten, aus dem Netz zu entfernen. 1% der Seiten war völlig irrtümlich auf diese Listen geraten, 5% zeigten harmlose Kinderbilder und Models, 85% zeigten völlig legale Pornografie, und nur weniger als 1% war tatsächlich echte Kinderpornografie.
(siehe die Finnische Sperrliste)
 
Emotionen gegen Argumente, Lügen gegen Fakten.
Die Art und Weise, wie Ursula von der Leyen Reden hält, und mit erfundenen Zahlen und Horrorszenarien die Menschen emotionalisiert, insbesondere solche, die das Internet gar nicht kennen, ist erschreckend und erinnert an große Demagogen aus dunklen Zeiten.
 
Zum Beleg das Video einer Rede von Ursula von der Leyen
 
Eine offizielle Anfrage der FDP nach den tatsächlich Fakten ergibt, dass alles freie "leyenhafte" Erfindung war: Sperren-Anfrage.pdf
 
Anschließend eine Analyse der Fakten und Hintergründe im Spiegel.de und auf Netzpolitik.org
 
Wirkung und Nebenwirkung von Internetsperren
Den schönsten Link gleich vorweg. Die Kinderschutzorganisation CareChild vertritt die Ansicht, dass Kinderpornosperren das Gegenteil bewirken und kann das auch anschaulich belegen: CareChild.de.
 
Das ist sicherlich die tragischste Nebenwirkung dieses Zensurunfugs. Nicht vergessen werden dürfen aber auch die Opfer unter den Seitenbetreibern. Wie schon erwähnt, werden immer wieder, teils aus kleinbürgerlichem Übereifer, teils aus Versehen, unschuldige, teilweise sogar kulturell wertvolle Webseiten gesperrt. Dies ist in Ländern, die solche Sperren bereits verwenden, hinlänglich dokumentiert. Selbst Nachschlagewerke wie Wikipedia wurden schon ganz oder in Teilbereichen gesperrt. Die Schäden sind dabei irreparabel. Einmal verlorene Besucher bekommt eine Webseite niemals wieder. Schon gar nicht, wenn diese durch ein Stoppschild erschreckt wurden. Ist die Webseite im Ausland angesiedelt, dann merken die Betreiber noch nicht mal, dass sie gesperrt wurden. Sie haben einen Einbruch bei den Besuchern, aber wissen nicht warum und können sich nicht dagegen wehren.
 
Sperrung von Wikipedia, Sperrung des W3C
 
Aber auch das Missbrauchspotential darf man nicht unterschätzen. Schon jetzt gibt es Begehrlichkeiten bei einigen Politikern, die Zensur auszuweiten, auf andere missliebige Bereiche. Und da alles hinter verschlossenen Türen und auf geheimen Listen stattfindet, kann natürlich auch mal der eine oder andere Wunsch eines Politikers erfüllt und ein kritischer Blog gesperrt werden. Ganz aus Versehen natürlich. Da er nicht kommerziell ist, gibt es auch keinen Schadensersatz, wenn er, nach monatelangem Spießrutenlaufen durch behördliche Instanzen, wieder online geht. Sofern überhaupt.
 
Und schauen wir doch mal, was da in anderen Ländern tatsächlich gesperrt wird. Kinderpornografie? Von wegen, macht weniger als 1 Prozent aus. Ich persönlich fand überhaupt keine. Tatsächlich gesperrt wird hauptsächlich ganz normale Pornografie und japanische Mangacomics (die zugegebener Maßen grenzwertig sein können, aber mit Kinderpornografie und Opfern nun wirklich überhaupt nichts zu tun haben). Weiterhin wird sogenannte Jugendanscheinspornografie gesperrt, also eigentlich erwachsene Models, die aber auf jugendlich getrimmt wurden (Zöpfchen und Schuluniform), oder umgekehrt, Jugendliche, die aber sexuelle Handlungen nur andeuten oder vermuten lassen. Beim Rumklicken in einer (streng geheimen) Liste fand ich außerdem zahlreiche russische Castingseiten für Kindermodels. Alle anständig bekleidet, schlimmstenfalls im Bikini. Nanu? Und ganz ganz selten auch mal das eine oder andere nackerte Kind. Am Strand oder im Bad, und ohne dass ihm irgend jemand zu nahe kommen würde. Nanu? Ist Nacktheit Pornografie (?), oder liegt die Pornografie da nicht vielmehr im Auge des zensierenden Betrachters? Sind Zensoren womöglich latente Pädophile? Ein psychologisch gar nicht mal so uninteressanter Aspekt.
 
Ja und darüber hinaus werden halt noch die üblichen Verdächtigen gesperrt: Glücksspielseiten, Killerspielseiten, politisch radikale Seiten usw. Aber wer zieht da die Grenze, wer kontrolliert das? Eine Handvoll BKA-Beamte nach Gutdünken hinter verschlossenen Türen?
 
Die Finnische Sperrliste. (Achtung, Besuch auf eigene Verantwortung!)
 
Besonders tragisch aber ist halt, dass man gerade die "Hardcore-Nutzer" von Hardcore-Seiten überhaupt nicht aufhalten kann, und nur die harmlosen Seiten mit Laufkundschaft, die versehentlich gesperrt wurden, nachhaltig ruiniert. Nachfolgend zeigen wir deshalb, wie kinderleicht die Sperren umgangen werden können.
 
Das kinderleichte Umgehen von DNS-Sperren
 
1. man kann gesperrte Websites nach wie vor unter ihrer IP aufrufen. Diese kann man zB. hier erfragen: www.coolwhois.com
 
Statt des Domain-Namens gibt man dann einfach die IP in der Adresszeile des Browsers an: http://74.125.67.100/
 
Das ist die IP von Google. Für den Fall, dass Google als nächstes gesperrt wird. Schließlich kann man auch über Google mitunter "böse" Seiten finden.
 
2. man kann die zensierten DNS-Server der Provider durch simple Veränderungen in den Systemeinstellungen umgehen. Wie das geht (und es ist supereinfach) erfahrt ihr hier: ChaosComputerClub/censorship/
 
Hier eine Video-Anweisung für Windows Vista: Youtube.com/watch?v=zO6awzA-CTI
 
Wohlgemerkt: Wir geben diese Informationen nicht, damit Pornografieseiten aufgerufen werden können, sondern einfach, damit staatliche Zensurversuche von vorneherein im Keim erstickt werden, und auch, damit staatliche Instanzen gezwungen werden, mit rechtlichen Mitteln gegen Kinderpornografen vorzugehen, statt mit faschistischen Methoden das Internet zu zensieren.
    Neben staatlichen Übergriffen gab es in der Vergangenheit übrigens auch immer wieder Zensurversuche einzelner Provider. Diese kann man ganz einfach umgehen, indem man DNS- und Proxy-Server aus liberaleren Ländern verwendet.
 
 
 
Was könnt Ihr tun?
 
 
Links / Artikel zum Thema:
 
 
 
 
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