Siehe auch unser Interview mit Kanzlei Sewoma zur Frage der Anwaltskosten.
 
 

Anwaltsgebühren-Tabelle

Erläuterungen und Kommentar weiter unten.
 
Tabelle laut Rechtsanwalts-Vergütungs-Gesetz. Beträge in Euro.
 

Gegenstandswert

Gebühr

Gegenstandswert

Gebühr

300

25

40 000

902

600

45

45 000

974

900

65

50 000

1 046

1 200

85

65 000

1 123

1 500

105

80 000

1 200

2 000

133

95 000

1 277

2 500

161

110 000

1 354

3 000

189

125 000

1 431

3 500

217

140 000

1 508

4 000

245

155 000

1 585

4 500

273

170 000

1 662

5 000

301

185 000

1 739

6 000

338

200 000

1 816

7 000

375

230 000

1 934

8 000

412

260 000

2 052

9 000

449

290 000

2 170

10 000

486

320 000

2 288

13 000

526

350 000

2 406

16 000

566

380 000

2 524

19 000

606

410 000

2 642

22 000

646

440 000

2 760

25 000

686

470 000

2 878

30 000

758

500 000

2 996

35 000

830

 

 

 

Erläuterungen:

 
- Gegenstandswert (auch Streitwert genannt) ist bei Abmahnungen und Klagen die (kommerzielle) Wichtigkeit, die einer Sache eingeräumt wird. Sie kann, muss aber keinen unmittelbaren Bezug zu einem tatsächlichen Schaden haben. Üblich (selbst bei völligen Bagatellen) sind Pauschalbeträge von 25.000 bis 100.000 Euro.
 
- Aus dem Gegenstandswert wird die rechts daneben aufgeführte Anwaltsgebühr abgeleitet. Diese wird selbst bei einem kurzen Beratungsgespräch (auch am Telefon) fällig, ist aber im Falle der Erstberatung "gedeckelt", d. h. sie darf Brutto 244 Euro (gerundet) nicht überschreiten.
 
- ACHTUNG! Die Gebühren der Tabelle sind 1,0 Gebühren. In der Praxis werden aber fast immer 1,3 oder 1,5 Gebühren verlangt, die also 30% oder 50% darüber liegen. (Siehe auch unseren Kommentar)
 
- ACHTUNG! Die Gebühren der Tabelle sind Nettogebühren, es kommen also noch mal 19% Mehrwertsteuer (zusätzlich zu oben erwähnten 30%) dazu, sowie eine Aufwandspauschale von 20 Euro ...
 
- Bei gerichtlichen Streitigkeiten ist eine Unterschreitung der gesetzlichen Gebühren unzulässig.
 
- Bei außergerichtlicher Anwaltstätigkeit sind Gebührenvereinbarungen, die von der gesetzlichen Regelung abweichen (nach oben oder unten), zulässig.
 
- Ein Erfolgshonorar ist generell unzulässig!
 
- Falls sich jemand wundert: Mitte 2005 wurde die Brago(Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung) durch das RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz - obige Tabelle) ersetzt!
 
- Die Tabelle ist natürlich ohne Gewähr und dient vor allem der grundsätzlichen Orientierung!

Siehe auch unsere Checkliste für Abmahnopfer.

 

Unser Kommentar zu den Anwaltsgebühren:

 
Die deutsche Anwaltsvergütung lässt sich eigentlich nur satirisch kommentieren, so grenzenlos absurd ist sie:
 
Fangen wir mal mit den 1,3 Gebühren an. Die in der Tabelle vorgegebenen Gebühren können nämlich, je nach "Schwierigkeit" des Falles, auch 1,3 oder 1,5 fach in Rechnung gestellt werden. Man stelle sich das mal in einer anderen Dienstleistungsbranche vor: Beim Essenservieren im Restaurant vermeldet der Kellner, dass die Zubereitung der Mahlzeit aber besonders schwierig gewesen wäre, deshalb würde man 30% (1,3) auf den Preis aufschlagen.
    Regelrecht zum Hohn wird es, wenn ein Anwalt einen, im Schweiße seines Angesichts verfassten Abmahnbrief (der Ablauf ist folgendermaßen: Er weist seine Sekretärin an, welcher Name und welcher Streitwert in die bereits vorliegende Abmahnungsschablone eingesetzt werden muss) dann mit einer 1,3 Gebühr in Rechnung stellt. Bei einem Pauschalstreitwert von 30.000 Euro sind das mal eben 985 schwerverdiente Euro. Weil das Porto aber für solch einen Pippifax-Betrag nicht lohnt, nimmt man lieber einen Streitwert von 50.000 oder 100.000, der von vielen Richtern ebenfalls anstandslos anerkannt wird (Original-Kommentar eines Richters: "Anwälte müssen auch leben!"). Ebenso wie übrigens die pauschale 1,3 Gebühr zum allgemein akzeptierten Regelfall wurde.
 
Kommen wir jetzt mal zum Beratungsmonopol der Anwälte. Im Grunde genommen ist Monopol immer etwas Schlechtes, es führt zu überhöhten Preisen und schlechtem Service, das weiß selbst jedes Kind. Beim Beratungsmonopol der Anwälte handelt es sich aber zudem um ein Nazigesetz, das ursprünglich geschaffen wurde, um jüdische Anwälte aus dem Geschäft zu drängen. Eigentlich also eine ebenso absurde wie ungeheuer peinliche Angelegenheit, nur dass man damit halt viel Geld verdienen kann, und Geld stinkt nicht! Und über Gesetze und Gebührenordnungen entscheiden ja nunmal überwiegend Juristen ...
 
Der Gipfel des Zynismus aber wird schließlich durch ein ausdrückliches Verbot von Erfolgshonoraren erreicht. Unglaublich, ein Anwalt, der Erfolge erzielt, darf nicht mehr bekommen als einer, der jeden Prozess verliert oder womöglich seine Mandanten falsch oder unzulänglich berät.
    Ein erfolgreicher Anwalt ist also nicht einer, der erfolgreich arbeitet, sondern einer, der es versteht, nur Fälle mit hohen Streitwerten zu übernehmen. Ehescheidungen zB. und natürlich Abmahnungen. Ganz egal ob er gewinnt oder verliert, Fehler begeht oder falsch berät, das Geld sprudelt immer. Wichtig ist nur, dass man in der High Society verkehrt, einen dicken Wagen fährt, und Streitwerte unter 100.000 Euro pauschal ablehnt.

 
Hier ein paar Links:
 
IPKosten.de  [Kostenrechner für anwaltliche Abmahnungen]
 
Rechtswörterbuch  [Nachschlagewerk für Begriffe aus dem Recht]
 
Abmahnung im Wettbewerbsrecht  [Umfangreiche juristische Abhandlung]
 
BERLIN BLAWG  [Juristisch ausgerichteter Weblog]
 
 
Was könnt Ihr tun?
 
 
 
 
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