Das Ende der Fun- und Humorsites?

Funsites, von TVTotal.de (Stefan Raab) bis hin zur unterhaltsamen privaten Homepage, bestehen immer aus den folgenden Elementen: Bearbeitungen, Collagen, Witze über Werbung und Marken, und nicht zuletzt Bildersammlungen, Clips, MP3.

 
Wo liegt das Problem? Ganz einfach, im Urheber- und Markenrecht! Ihr macht einen Witz durch Verfremdung eines Werbeplakates? Oh oh! Verstoß gegen das Urheberrecht (oder habt ihr die Genehmigung von der Werbeagentur) und Verstoß gegen das Markenrecht. Selbst wenn ihr den Markennamen verfälscht: solange er erkennbar bleibt (und darauf beruht ja auch der Witz), ist es ein Verstoß gegen das Markenrecht.
    Nicht schlimm meint ihr? Schaut einmal in unsere Beispiele, wegen welcher Lapalien Leute abgemahnt wurden. Mit Abmahngebühren von 500 - 10.000 Euro! Das ist kein Spaß, das ist bitterer Ernst!!! Jede Funsite und jede private HP sitzt auf einem Pulverfass, der Willkür einer unzeitgemäßen Gesetzgebung, und der Willkür von Abmahnungsgewinnlern unter den Anwälten ausgeliefert. (siehe Abmahnungen.)

Noch problematischer sind die Sammlungen von Bildern, Clips und MP3. Selbst wenn man wollte, das wenigste davon könnte jemals urheberrechtlich geklärt werden, geschweige denn eine ausdrückliche Genehmigung des Urhebers eingeholt werden.

Aber Stefan Raab veröffentlicht doch auch sowas!? Oh ja, das tut er. Aber Stefan Raab hat ein Team von Anwälten hinter sich, da überlegt sich jeder zweimal, ob er dem wegen Kleinigkeiten eine Abmahnung zukommen läßt. Und wenn er tatsächlich mal einen Prozess verlieren sollte, dann zahlt er das bequem aus der Portokasse.
    Aber die unzähligen kleinen Sites, die kein Geld mit ihrer Arbeit verdienen, im Gegenteil, die schauen in die Röhre. Oder soll man weiterhin viel Arbeit in eine Sache investieren, die einen jederzeit Hunderte bis Tausende von Euros kosten kann? (Siehe auch Private Homepages.)

Nur der Gesetzgeber könnte in dieser absurden Situation Rechtssicherheit schaffen:

  1. Durch Novelierung des Wettbewerbs-/Abmahnungsrechts.
  2. Durch ein, die speziellen Eigenheiten und Erfordernisse des Internets berücksichtigendes Recht, insbesondere Urheberrecht. Es geht nicht um die Abschaffung des Urheberrechts, sondern darum, einen gewissen Spielraum zu schaffen, insbesondere für "nichtkommerzielle" Sites. Man kann nicht Regelungen, mit denen man zu Zeiten des Buchdrucks gute Erfahrungen machte, kurzerhand einem neuen, elektronischen Medium überstülpen.
 
Was könnt Ihr tun?
 
 
Artikel und Sites zum Thema:
  • Zum neuen Urheberrecht: Heise-Artikel
    [Zitat: "Man gewann auf der (Urheberrechts-) Konferenz den Eindruck, dass Industrievertreter wie auch Politiker bewusst Entrechtungen und Probleme durch exzessiven Gebrauch von möglichst sinnfreien Anglizismen in New-Economy-Pidgin verschleierten."]
     
  • Was ist eine Abmahnung.
     
  • Bei Dr. Bahr, der schon eine aufschlussreiche Arbeit zum Abmahnungsmissbrauch schrieb, findet ihr zahlreiche FAQs und Downloads zum Thema Internetrecht: Dr-Bahr.com
     
  • Freedom For Links. Diese Site kämpft für die längst überfällige Anpassung des Rechts an die Erfordernisse und Bedingungen des Internets (wovon wir noch weit entfernt sind!).
 
Internetforen zum Thema Recht:
  • Jurawelt. Vor allem die Internet-Rubrik wird moderiert und kommentiert durch einen sehr kundigen Anwalt, der auch zum Thema "Abmahnungsmissbrauch" promovierte!
     
  • Recht.de. Ein viel und bunt besuchtes Forum in dem man schnell und unkompliziert Fragen stellen kann. Die Antworten sind allerdings von wechselnder Qualität.
 
 
 
 
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