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[ Rettet das Internet |
Gast-Beiträge ]
Fred
Roberts (Webmaster von
www.americanviewsabroad.org)
Ich lebe seit 1987 in Deutschland und daher ist
eine gewisse Auseinandersetzung mit dem deutschem Recht zwingend. So wird für
mich als Aussenstehenden deutlich, dass Deutschland häufig zum Opfer seiner
eigenen Bürokratie wird. Die Innovation wird im Keim erstickt und zwischen den
Gesetzeszeilen kann ich völlige Ignoranz gegenüber der Autonomie des Menschen
herauslesen. Vieles ist auch einfach realitätsfremd und als
Nicht-Deutscher kann man darüber nur staunen. Der Kabarettist Werner
Koczwara (http://www.koczwara.de) hat
über die Besonderheiten des deutschen Rechtssystems bereits wunderbare
Beiträge geliefert.
Ich denke, George W. Bush würde eine
Impressumspflicht, wie sie in Deutschland bereits üblich ist, sehr willkommen
heissen. Ich gehe davon aus, dass im Falle eines erneuten Wahlsieges von Bush
im November, die Internet-Nutzung in den USA sehr viel restriktiver wird.
Kritische Webseiten, wie www.moveon.org
oder www.takebackthemedia.org,
die zur Zeit noch eine Lücke im gleichgeschalteten Mainstream-Angebot
ausfüllen, könnten durch ein Impressum erhebliche Schwierigkeiten bekommen.
Das Traurige daran: Die Freiheiten, die jetzt in den USA bedroht werden, sind
in Deutschland von jeher unbekannt.
Man beklagt sich in Deutschland, wie schleppend
sich das Internet im Lande durchsetzt, und in Zeitschriften liest man sogar
Artikel über die Angst der Deutschen vor dem Internet. Es ist aber
wohl in erster Linie diese unmenschliche und unsinnige Auffassung vom
Internet, die Angst und Handlungsunfähigkeit erzeugt.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass
tiefgreifende Änderungen und Reformen in Deutschland immer von aussen
erzwungen wurden: durch EU-Recht, Druck aus den USA, allgemein unhaltbare
Zustände, usw. Ohne jetzt viele Beispiele auflisten zu wollen, erinnere ich an
die antidemokratische Auffassung der Telecom bzw. der Post gegen Ende der
1980er Jahre zum Thema Satellitenfernsehen. Astra-Empfänger waren mit der
äusserst seltsamen Begründung verboten, man dürfe nichts empfangen, was nicht
Deutschland als Ausstrahlungsziel hätte. Die eigentliche Motivation war die
künstliche Unterstützung des eigenen, gebührenpflichtigen Projekts Kopernikus,
für das sich aber niemand ernsthaft interessierte. Diese Vorgehensweise stand
so stark im Widerspruch zum restlichen Europa, dass sie schliesslich
undurchsetzbar wurde. Ich hoffe, dass das deutsche Internetrecht
ähnlich dem Satellitenunsinn auch bald auf dem Schrotthaufen der Geschichte
landet. Ich möchte bei der Entsorgung helfen.
Fred Roberts
[roberts (at) kiwilogic.com] |